Die großen Entdecker

Roland Knauer / Kerstin Viering
Die großen Entdecker

Von wagemutigen Forschern und abenteuerlustigen Pionieren

Schön und aufwendig gestaltet sind die Bände der Reihe “mare wissen”, deren dritter von Entdeckern erzählt. Unwillkürlich denkt man dabei zuerst an die bekannteren wie Kolumbus und Cook, doch auch weniger berühmte werden behandelt. Schon von den Wanderungen der ersten Menschen gibt es Spannendes zu berichten und Armstrongs Landung auf dem Mond ist nicht die letzte Abenteuerreise, die hier Eingang gefunden hat. “Das ist doppeltes Lesevergnügen: für den Kopf und fürs Auge.” (NDR Kultur)

MARE, 336 S., farb. ill. v. Claudia Lieb, Halbleinen, € 26,-

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Aharon Appelfeld: Der Mann, der nicht aufhörte zu schlafen

Erwin schläft und schläft und kann kaum mehr erwachen. Es ist das Jahr 1946, und der jüdische Junge, der mit knapper Not überlebte, treibt ziellos durch Europa, auf Zügen, Pferdekarren, stets vor sich hin dämmernd. Denn der Schlaf hält in Erwin das Verlorene lebendig: die grüne, heimatliche Bukowina, die geliebte Mutter, den Vater, der nebenher Romane schrieb. Nach Station in einem Flüchtlingslager bei Neapel und einer abenteuerlichen Schiffspassage findet Erwin sich in Palästina wieder. Der Kibbuz soll den Siebzehnjährigen zum zukunftsfrohen «neuen Juden» erziehen – aber die Fremdheit schmerzt ihn nur umso mehr. Da wird Erwin schwer verletzt. Im Hospital obsiegt wieder der Schlaf – vorerst. Denn genesend liest Erwin die Bibel und lernt, mit den Worten ringend, Hebräisch. Die heilige Sprache seiner Väter zeigt ihm endlich einen Weg, das in Schlaf, Traum und Erinne­rung Bewahrte zu retten: Unter neuem Namen beginnt Aharon zu schreiben, und erzählend lässt er die entschwundene Welt in der neuen, uralten Sprache wiedererstehen …
Mit zärtlicher Kraft schildert Aharon Appelfelds autobiographischer Roman ein Erwachen im neuen Leben, inmitten der Wirren von Flucht und Emigration. Nach «Geschichte eines Lebens» das wohl persönlichste Buch des großen Erzählers. (Quelle: Rowohlt Verlag)