Martin Walser: Muttersohn

Als Evangelium stellt dieses Werk keine Frage – es ist.
(FAZ)

Die Patienten in der Anstalt lieben ihn: Pfleger Anton Percy Schlugen, der ganz Hingabe ist, wenn er spricht. Und der Chef der Klinik lässt ihn öffentlich reden, weil er weiß, dass alle dasbrauchen, die spontane Ansprache von Percy, der behauptet, ohne das Zutun eines Mannes geboren zu sein. Ein Roman, der das Erbe einer ganzen Kultur umfasst und im Spiel mit Sprache alles möglich macht: den Tod, die Heilung, den Sinn zwischen den Zeilen, die Verführung und die Ironie im Nichtgesagten.

ROWOHLT, 510 S., geb., € 24,95

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Aharon Appelfeld: Der Mann, der nicht aufhörte zu schlafen

Erwin schläft und schläft und kann kaum mehr erwachen. Es ist das Jahr 1946, und der jüdische Junge, der mit knapper Not überlebte, treibt ziellos durch Europa, auf Zügen, Pferdekarren, stets vor sich hin dämmernd. Denn der Schlaf hält in Erwin das Verlorene lebendig: die grüne, heimatliche Bukowina, die geliebte Mutter, den Vater, der nebenher Romane schrieb. Nach Station in einem Flüchtlingslager bei Neapel und einer abenteuerlichen Schiffspassage findet Erwin sich in Palästina wieder. Der Kibbuz soll den Siebzehnjährigen zum zukunftsfrohen «neuen Juden» erziehen – aber die Fremdheit schmerzt ihn nur umso mehr. Da wird Erwin schwer verletzt. Im Hospital obsiegt wieder der Schlaf – vorerst. Denn genesend liest Erwin die Bibel und lernt, mit den Worten ringend, Hebräisch. Die heilige Sprache seiner Väter zeigt ihm endlich einen Weg, das in Schlaf, Traum und Erinne­rung Bewahrte zu retten: Unter neuem Namen beginnt Aharon zu schreiben, und erzählend lässt er die entschwundene Welt in der neuen, uralten Sprache wiedererstehen …
Mit zärtlicher Kraft schildert Aharon Appelfelds autobiographischer Roman ein Erwachen im neuen Leben, inmitten der Wirren von Flucht und Emigration. Nach «Geschichte eines Lebens» das wohl persönlichste Buch des großen Erzählers. (Quelle: Rowohlt Verlag)

Der Sommer ohne Männer

Siri Hustvedt
Der Sommer ohne Männer

Die New Yorker Dichterin Mia steckt in einer Krise. Ihr Mann, ein Neurowissenschaftler, hat eine Geliebte und möchte eine Ehepause einlegen. Mia fällt in eine Depression. Dennoch rafft sie sich auf, fährt zu ihrer Mutter aufs Land und mietet ein Haus, das nicht weit entfernt liegt von der lebenslustigen alten Dame. Als Mia ein Tagebuch zu schreiben beginnt, sind die Inhalte erotisch genug, um auch den Gatten aus der Reserve zu kitzeln. “Siri Hustvedt schreibt romantisch, gefühlvoll und zugleich verstörend unheimlich.” (Salman Rushdie)

ROWOHLT, 304 S., geb., € 19,95

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Die Tränen meines Vaters

John Updike
Die Tränen meines Vaters
Erzählungen

In seinen nachgelassenen Erzählungen erweist sich Updike ein letztes Mal als “Meister der unangestrengten Bewegung” (Ian McEwan). Die hier versammelten 18 Geschichten schlagen den Bogen von der Weltwirtschaftskrise bis zu den Nachwehen des 11. September. Das Buch ist voller Echos, voller Wiederbegegnungen und eine Feier der sinnlichen Welt: von der eigenen Entwicklung hin zur Familie bis zu den Frauen, immer wieder Frauen, mit Ehe, Ehekrisen und Ehebruch. “Ein Genie der Gegenwartsentschlüsselung in Geschichten.” (Die Welt).
ROWOHLT, 368 S., geb., € 19,95