T. Coraghessan Boyle: Wenn das Schlachten vorbei ist

Zwei Fraktionen von Umweltschützern fechten auf den Channel Islands vor der kalifornischen Südküste einen zweifelhaften Kampf aus. Die Gruppe um Alma und Tim will mit staatlichen Mitteln das durch Menschen gestörte ökologische Gleichgewicht wiederherstellen, muss dafür aber die angewachsenen Populationen von Ratten und Wildschweinen minimieren. Sie werden zu Tiermördern. Das will Dave LaJoy um jeden Preis verhindern. Ein apokalyptischer Roman, in dem sich die Natur stärker erweist als ihre vermeintlichen Beschützer.

HANSER, 364 S., geb., € 22,-

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Ralf Rothmann: Shakespeares Hühner

Ralf Rothmann: Shakespeares Hühner

Eine Liebe, die in einem japanischen Kloster zu neuem Leben erwacht, eine missratene Orgie an der Ostsee, das Gedächtnis von Schnee: In diesen Erzählungen öffnet sich ein anderer Blick auf unsere Gesellschaft, die den wichtigen Dingen des Lebens neben Handymarken und Geld keine Beachtung schenkt. Als wären wir im Vergleich zu Shakespeares Charakteren Hühner – so empfindet es die Gitarristin Fritzi, eine von vielen überaus lebendigen Figuren dieses Buches.

“Ein neuer Rothmann ist immer ein Ereignis.”
(Die Literarische Welt)

SUHRKAMP, 205 S., geb., € 19,95

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Frank Goosen: Sommerfest

Wäre nicht Onkel Herrmann gestorben und ein Haus zu verkaufen, dann hätte sich Stefan noch weitere Jahre davor gedrückt in seine alte Heimatstadt Bochum zu besuchen. Aber so muss er, der mittelmäßige Schauspieler mit auslaufendem Engagement und auslaufender Beziehung, nach Hause reisen. Und so beginnt für Stefan ein amüsanter und alkoholisierter Roadtrip der ihn durch den Pott, Seltersbuden, und Schrebergärten führt, ihn zu einem Vereinssommerfest samt Fußballturnier und Schlägerei einlädt und ihn auf eine Reise in die Vergangenheit schickt. Ihm begegnen Verwandte, Bekannte, Kumpels und Idioten aus alten Zeiten wieder und er trifft schließlich Charlie, seiner Sandkasten-Freundin, nichtleiblichen Schwester und Jugendliebe, die der eigentliche Grund für sein jahreslanges Fernbleiben von der Heimat ist.

(KiWi)
320 Seiten, gebunden, 19,95 €

Aharon Appelfeld: Der Mann, der nicht aufhörte zu schlafen

Erwin schläft und schläft und kann kaum mehr erwachen. Es ist das Jahr 1946, und der jüdische Junge, der mit knapper Not überlebte, treibt ziellos durch Europa, auf Zügen, Pferdekarren, stets vor sich hin dämmernd. Denn der Schlaf hält in Erwin das Verlorene lebendig: die grüne, heimatliche Bukowina, die geliebte Mutter, den Vater, der nebenher Romane schrieb. Nach Station in einem Flüchtlingslager bei Neapel und einer abenteuerlichen Schiffspassage findet Erwin sich in Palästina wieder. Der Kibbuz soll den Siebzehnjährigen zum zukunftsfrohen «neuen Juden» erziehen – aber die Fremdheit schmerzt ihn nur umso mehr. Da wird Erwin schwer verletzt. Im Hospital obsiegt wieder der Schlaf – vorerst. Denn genesend liest Erwin die Bibel und lernt, mit den Worten ringend, Hebräisch. Die heilige Sprache seiner Väter zeigt ihm endlich einen Weg, das in Schlaf, Traum und Erinne­rung Bewahrte zu retten: Unter neuem Namen beginnt Aharon zu schreiben, und erzählend lässt er die entschwundene Welt in der neuen, uralten Sprache wiedererstehen …
Mit zärtlicher Kraft schildert Aharon Appelfelds autobiographischer Roman ein Erwachen im neuen Leben, inmitten der Wirren von Flucht und Emigration. Nach «Geschichte eines Lebens» das wohl persönlichste Buch des großen Erzählers. (Quelle: Rowohlt Verlag)